Aljibe

Von La Sauceda auf den Pico del Aljibe

Diese Wanderung führt durch wunderschöne Kanaren- und Korkeichenwälder entlang eines subtropisch anmutenden Flusstales auf den Pico del Aljibe, dem höchsten Punkt des Naturparks Los Alcornocales. Von hier aus reicht der Blick bei klarer Sicht bis weit hinein nach Afrika.

Anspruch: +/++   Gehzeit: 3.15 Std.   Länge: 7 km     An-/Abstieg: 500 m


Charakter: Leichte Tour auf Forstwegen und Bergpfaden mit mittelschwerem Anstieg auf den Gipfel

Wanderkarte: Blatt 1063-IV (La Sauceda) der Karte IGN 1:25.000

Einkehrmöglichkeiten: keine (Selbstversorgung für La Sauceda, s. Übernachtung)

Unterkunft: In Jimena de la Frontera (Tipp: Posada La Casa Grande oder Hostal Anón) oder Tipp: Die rustikalen Häuser von La Sauceda 1,2 km nach dem Start: In der Woche und außerhalb der Sommerferien ein besonderes Erlebnis: In dieser alten Schmugglersiedlung (die Schmuggler brachten Waren von Gibraltar in die Dörfer der Region) kann man echte Waldeinsamkeit und einen wunderschönen Sternenhimmel erleben. Feuerholz und Gepäcktransport zu den Hütten sind im Preis eingeschlossen. Tel. 952 154345 oder an der Rezeption buchen.

Anfahrt: Nur mit eigenem Transport, CA-3331 von Jimena de la Frontera zum Puerto de Gáliz (Ubrique); keine Busse (Taxi ab Jimena de la Frontera).

Hinweis: Für diese Wanderung muss eine Genehmigung beim Punto de Información “Casa del Cabildo”, Plaza de San Jorge 1, Alcalá de los Gazules, Tel. 956 413307, Fax 956 420511, eingeholt werden.

Start dieser Tour ist der Picknickplatz „Area recreativa La Sauceda“ an der Landstraße CA-3331 von Jimena de la Frontera zum Puerto de Gáliz (Ubrique), ca. 22 km nach Jimena. Am Straßenrand sind reichlich Parkplätze vorhanden. Ein paar Meter rechts vom Eingang finden wir Hinweisschilder auf die Wanderweg „Sendero La Sauceda“ (unser Weg) und „Sendero Laguna del Moral“, links startet ein Fahrradweg. Wir gehen durch das Tor und kommen zur Rezeption mit einem kleinen Laden (der aber nicht immer geöffnet ist, also besser Verpflegung mitbringen). Von hier geht es nach rechts zu einem Tor, vor dem ein Schild „Cabanas 1200 m“ ankündigt: Wir gehen durch das Tor (die Aufschrift bedeutet: bitte schließen) und folgen dem Weg, der entlang der Garganta (Schlucht) de Pasadellana durch wunderschöne Kanaren- und Korkeichenwälder führt. Nach ein paar Minuten

überqueren wir einen Zufluss auf Trittsteinen, so dass es nun an der rechten Seite weitergeht. Wir kommen an der Ruine der alten Wassermühle „Molino del Mondo“ vorbei, wo wir noch den Zuführkanal (spanisch cao) sehen können, mit dem der Mühle Wasser zugeführt wurde.

Kurz darauf sind wir in La Sauceda (20 Min.), einer alten Siedlung, in der die Häuser renoviert wurden und heute als Unterkunft dienen (siehe „Übernachtung“). Wir orientieren uns am Fluss

La Sauceda

Die wunderschön gelegene ursprüngliche Siedlung von La Sauceda, deren renovierte Steinhäuser heute als Ferienhäuser genutzt werden, war eine kleine Siedlung von etwa 50 Häusern und einer Kapelle, deren Bewohner als Hirten, Korkschäler und Köhler von den Produkten des Waldes lebten. Daneben haben einige von ihnen wohl auch ihr Einkommen mit gelegentlichen Überfällen aufgebessert; jedenfalls genoss der Ort einen zweifelhaften Ruf als Banditennest. In den Zeiten des Spanischen Bürgerkrieges diente er auch dem maquis als Unterschlupf – also denjenigen, die sich vor den Nationalisten (meist im Wald, daher der Name; maquis steht für frz. Macchia, Gebüsch) versteckten und weiterhin Widerstand gegen die neue Macht leisteten. Im Falle La Sauceda wurde die Siedlung schließlich von den Nationalisten bombardiert und war seitdem unbewohnt. Erst mit der Renovierung eines Teils der Häuser und ihrer Nutzung als Ferienhäuser kam wieder – zeitweise – Leben in den Ort.
Los Alcornocales: La Sauceda
Die Häuser von La Sauceda. © Jürgen Paeger

entlang, wo wir zu einer Holzbrücke kommen, auf der wir nach rechts zu weiteren Häusern und einer verfallenen Kapelle (Ermita) kommen. Vor uns sehen wir Solarzellen auf einem Ständer, auf diese gehen wir zu und gehen nach links durch ein Tor, wo wir auf einen Forstweg kommen. Ein Schild weist die Richtung: wir folgen dem Forstweg nach links.

Dieser führt uns durch einen schönen Korkeichenwald. Der Weg folgt immer dem Verlauf des Flusses, der links von uns liegt. Diese Flusstäler, canutos genannt, sind charakteristisch für den Naturpark Los Alcornocales. In ihnen ist feuchtwarmes Klima und daher eine üppige, subtropisch anmutende Vegetation zu finden. Nach einiger Zeit wird der Forstweg schmaler. Schließlich geht der Weg in einen Fußweg über. Ab und zu gehen Wege nach rechts ab, die aber meist wieder auf den Hauptweg zurückführen. Der Weg bleibt hier immer rechts der Garganta, wobei einige (je nach Jahreszeit möglicherweise trockene) Zuflüsse überquert werden. Ein kleiner Umweg lohnt sich allerdings. Bald nach dem Beginn des Fahrwegs kommen wir an einem großen Felsblock rechts des Weges vorbei, ca. 100 m weiter ist etwas rechts des Weges ein riesiger gelber Sandsteinfelsen, von dem Kletterpflanzen herunterhängen, zu sehen. Wenn wir hier dem Pfad nach rechts folgen, kommen wir zu der

verwunschenen Ruine der MühleMolino de Cuevas“; außerdem kann der Fels von seiner Rückseite her bestiegen werden. Der Weg führt dann nach weiter und trifft nach wenigen Minuten unter Korkeichen wieder auf den Hauptweg, wo wir uns wieder nach links, zum Fluss hin, orientieren. Alle anderen Abzweigungen nach rechts lassen wir außer acht. Der Hauptweg ist allgemein der beste der Wege, außerdem helfen Steinmännchen bei der Orientierung.

Wer den Abstecher zur Mühle nicht macht, kommt einige Minuten nach dieser Stelle zu einer Abzweigung, wo der Hauptweg nach rechts führt und nach kurzem Anstieg zu einer Gruppe von vier riesigen Kanareneichen und danach zu einigen Korkeichen führt; bei diesen trifft er auf einen anderen Weg: Hier geht es links weiter, zum Fluss hin (der Weg nach rechts ist der, der von der Mühle kommt). Der Weg verläuft weiter zwischen Flusstal und dem phantastischen Wald. Immer im Tal bleibend, kommen wir an einem betonierten Wassertank an einen Forstweg (45 Min.), hier geht es nach rechts weiter.

Auf diesem Weg eröffnen sich jetzt weite Ausblicke ins Innere des Naturparks und bis zur benachbarten Sierra de Grazalema. Nach einigen Minuten überquert der Forstweg ein Bächlein und macht denn eine Rechtskurve. In dieser Kurve geht ein Pfad nach links ab,

Los Alcornocales: Korkeichen

Korkeichenwald auf dem Weg von La Sauceda zum Gipfel des Aljibe. © Jürgen Paeger

dem wir folgen. Der Pfad steigt recht steil an, und kommt bald an ein Oleanderbestandenes Flussbett – den Canuto de los Sauces. Bald kommen wir an einen quer verlaufenden Weg, dem wir nach links folgen und

Los Alcornocales: canuto

Die subtropisch anmutende Vegetation in den canutos am Wegrand. Hier: Moose und Farne auf einer Kanareneiche. © Jürgen Paeger

auf dem wir das Flusstal überqueren. Immer weiter aufsteigend führt der Weg schließlich wieder durch das Flusstal auf die rechte Seite zurück und dann auf einen Bergrücken, wo wir erstmals einen Blick auf die andere Seite werfen können. Hier gabelt sich der Weg; wir gehen nach den breiten Weg nach rechts weiter und kommen schließlich an einen Feldweg, dem wir nach links folgen. Durch offenes Gelände mit Baumheide, Zistrosen und kleinen Eichen kommen wir zu einer Mauer mit Zaun rechts, und auch links haben wir bald einen Zaun: Am Ende kommen wir an einen Felsen, die Pileta de la Reina (1.45 Std.). Hier kann man eine sarkophagähnliche Erosionsform finden, in der der Legende zufolge Königin Isabel la Católica während eines Feldzuges ein Bad genommen haben soll.

Von hier aus sehen wir schon einen zweiten Felsen mit einer Vermessungssäule: Dies ist der Gipfel des Aljibe (1.092 m). Bei klarer Sicht herrscht hier eine phantastische Aussicht: Wir sehen die Sierra de Grazalema, die Sierra de las Nieves, Gibraltar, die Straße von Gibraltar und die Berge von Nordafrika. Diese Aussicht sollte man bei einem ausgedehnten Picknick genießen, bevor es auf dem gleichen Weg wieder zurück geht (3.15 Std.).

Weitere Wandermöglichkeiten von La Sauceda:

Der meist auf einem Forstweg verlaufende, markierte Wanderweg zur Laguna del Moral beginnt oberhalb von La Sauceda: Wo wir den Forstweg nach links nehmen, geht dieser Weg nach rechts ab. Nach einem Teilstück mit Ruinen und Gärten kommen wir in einen Korkeichenwald. Im Korkeichenwald steigt der Forstweg an, wir sehen das Innere des Naturparks und die Sierra de Grazalema. Nach den ersten Kurven bergab verlässt der Wanderweg den Forstweg nach links, um zu einem zugewachsenen alten Steinofen zu führen. Zurück auf dem Forstweg kommen wir zu den Ruinen de los Moriscos mit terrassierten Gärten und Viehweiden. An der Weggabelung geht es nach links zur Lagune und von dort nach links zurück nach La Sauceda (6 km, 2 Std., leicht).

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>> Übersicht Wandergebiete und Wanderwege in Andalusien

© Jürgen Paeger 2005