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Tier - und Pflanzenwelt
Mit 3.000 Sonnenstunden im Jahr und 200 mm Jahresniederschlag (ein Viertel von dem in Deutschland) ist es im Cabo de Gata zu trocken für Wälder, trockenheitsrestistente Sträucher sind das Maximum an Pflanzenwuchs. Typische Vertreter sind die Zwergpalme (Chamaerops humilis L.), die einzige in Europa einheimische Palmenart und ein Strauch mit auffälligen, hornförmigen Früchten (Periploca laevigata subsp. angustifolia). Ein weiterer afrikanischer Anklang ist der dornige azufaifo (Ziziphus lotus), der in den Ramblas und Dünen vorkommt und ansonsten in Nordafrika verbreitet ist. Von besonderem Interesse für die Botaniker sind einige Endemismen (Pflanzen, die nur hier vorkommen), darunter ein Löwenmaul (Antirrhinum charidemi), eine Nelke (Dianthus charidemi) und eine Lilienart (Androcymbium europaeum).
An Tieren kommen in der Sierra Ginsterkatze, Füchse und Wildschweine sowie besonders zahlreich Eidechsen (darunter die große Perleidechse) und Schlangen vor; in den Steppen kommen vor allem Vogelfreunde zu ihrem Recht: Sand- und Spießflughuhn, Triel und Dupont-Lerche sowie der Wüstengimpel kommen hier vor. Dazu kommen die Vögel in den Feuchtgebieten und an der Meeresküste, aber auch das Meer selber: 1.400 Arten kommen unter Wasser vor und können schnorchelnd und tauchend betrachtet werden.
Wirtschaft und Kultur
Aufgrund der Trockenheit und seiner früher schlechten Verkehrsanbindung war das Gebiet zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem für den Anbau von Weizen und Gerste genutzt; daran erinnern heute noch die etwa 20 Windmühlen, die zum Teil bereits restauriert wurden. In den 1950er Jahren wurden Weizen und Gerste durch Pflanzen ersetzt, die weniger vom Wasser abhängig waren, wie Agaven und Espartogras. Daneben wurden auch die Salinen genutzt; bereits die Phönizier regelten den Wasserzufluß zu den Salinen, die zwischen San Miguel de Cabo de Gata und La Almadraba gelegen sind und gewannen hier Salz. Die Salinen sind bis heute in Betrieb. Daneben wurde in den Küstenorten gefischt. Seit Ausweisung des Naturparks ist ein Küstenstreifen von einer nautischen Meile in den Naturpark einbezogen, in dem nur die herkömmliche, “handwerkliche” Fischerei erlaubt ist. Gefangen werden hier unter anderem Wolfsbarsche (span. lubina), Seehechte (span. merluza), Sardellen (span. boquerones) und Zahnbrassen (span. dentón), die man in den Restaurants vor Ort verkosten kann. Früher gab es zudem Minen im Gebiet des Naturparks; schon die Römer bauten Silbererze in Rodalquilar ab, wo später auch Gold gefunden wurde - der Abbau wurde 1966 aufgegeben; ein Modell der Minen ist heute im geotouristischen Informationszentrum Casa de los Volcanes in Rodalquilar zu sehen.
Die Abgelegenheit schützte den heutigen Naturpark vor der touristischen Erschließung, die sonst weite Teile der spanischen Mittelmeerküste verändert hat. Als das Gebiet “entdeckt” wurde, war bereits eine Umweltbewegung aktiv und verhinderte etwa im Jahr 1984 ein Erschließungsprojekt an der Playa de Mónsul unweit von San José. Am 23. Dezember 1987 wurde das Gebiet zum Naturpark erklärt, womit die weitere Erschließung zumindest erschwert wurde. Versuche gibt es aber immer wieder, zuletzt wurde an der Playa de Algarrobico (am nördlichen Rand des Parks) illegal ein 20-stöckiges Hotel errichtet (die Bauarbeiten wurden im Februar 2006 eingestellt und der Abriß ist rechtskräftig beschlossen, aber noch nicht ausgeführt).
Strände und Buchten
Auf 63 Kilometer Küstenlinie bieten die Strände und Buchten des Cabo de Gata dank der fehlenden großen Hotels und Infrastruktur ein für das Mittelmeergebiet einzigartiges Erlebnis; dabei unterscheiden sich die großen Strände im Südwesten, auf denen die einzelnen Strände nur durch die Mündungen einiger ramblas (normalerweise trockener Flussbetten) voneinander getrennt sind, von den Buchten im Südosten, die in die von der Sierra del Cabo de Gata gebildeten Küstenlinie eingestreut sind. Im Sommer können die Strände im Südwesten sehr voll sein, da sie leicht mit dem Bus von Almería aus zu erreichen sind.
Zu den bekannteren Buchten im Südosten gehören die feinsandige Playa de los Genoveses bei San José und die gerne auch von FKK-Anhängern genutzte Playa de Monsúl, die von einer Riesendüne vom Zufahrtsweg getrennt ist. (Diese beiden Strände werden auf der >> Wandertour 35 besucht.). Weitere schöne Strände gibt es auch bei La Isleta del Moro (Playa del Peñón Blanco), bei Rodalquilar (El Playazo) und in der nördlich von Las Negras gelegenen Cala de San Pedro (>> Wandertour 33). Der Ort Agua Amarga besitzt ebenfalls einen schönen Strand, oder man kann zu Fuß zu den beiden Buchten Cala de Enmedio und Cala del Plomo gehen (Wegbeschreibung >> hier).
Weiter mit:
-> Wanderungen im Cabo de Gata
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