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Sierra Nevada: Blick von der Vereda de la Estrella (>> Tour 21) auf Alcazaba (3.384 m) und Mulhacén (3.482 m). © Jürgen Paeger
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Der sanfen Abstufung und der konvexen Formen der Berge wegen sind vom Süden her die Gipfel am besten von der entfernt liegenden Küstengebirgskette (>> Wandergebiet Costa del Sol) aus zu sehen. Da der Kern der Sierra Nevada aus sehr harten, kristallinem Glimmerschiefer besteht, konnten Flüsse hier keine tiefen Täler einschneiden. Dafür finden wir riesige Geröllfelder und Schutthänge. Diese sind entstanden, weil durch die extremen Temperaturunterschiede zwischen den heißen Tagen und den kalten Nächten immer wieder Gestein auseinandergesprengt wurde (und wird). Typisch für die Hochlagen der Sierra Nevada sind auch kleine Glazialseen, Spuren der letzten Eiszeit (zu einer Ansammlung dieser Glazialseen, den “Siete Lagunas”, führt >> Tour 27).
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Sierra Nevada: Übersichtskarte; die gepunktete rote Linien markiert die Grenze des Nationalparks. (Zu einer >> größeren Fassung der Karte) © Jürgen Paeger
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Das Hochgebirge
Die westliche Hauptachse der Sierra Nevada beginnt am Veleta, (3.394 m; in der obigen Karte am Ende der Straße von Granada ins Hochgebirge). Nach Westen folgt ein Gebirgszug, der Richung Südwesten bis zum Cerro del Caballo (3.011 m) geht; östlich dieses Zuges und von ihm durch den Río Lanjaron getrennt, liegt ein Gebirgszug, der zum Pico de los Machos (3.068 m) und zum Cerrillo Redondo (3.058 m) führt. Westlich des Veleta liegt der Collado del Veleta, auch als Carihuela oder Puerto de Capileira bekannt: der höchste Pass der Sierra Nevada, der als kürzester Weg nach Granada früher als “Camino de los Neveros” (Weg der “Schneemänner”) genutzt wurde, um Eis in die Stadt zu bringen.
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Der zentrale Sektor ist ein grandioses, nach Nordwesten geöffnetes Amphitheater, dass der Veleta, der Mulhacén (3.482 m) und die Alcazaba (3.384 m) bilden. Der Veleta, die von Granada aus wie ein sanfter Hügel wirkt, besitzt mit seiner Nordwand eine der spektakulärsten Steilwände Spaniens. Im zentralen Sektor überqueren zwei Pässe die Sierra Nevada: der Puerto Lobo und der Puerto de Vacares.
Nach Nordosten hin folgen noch einige weitere Dreitausender, aber da diese niedriger sind und nicht mehr von den feuchten Atlantikwinden erreicht werden, liegt hier weniger Schnee und die Gebirgsbäche können im Sommer austrocknen. Zu den Pässen in diesem Teil gehört der Puerto de Jeres, über den Weg von Trevélez nach Jeres del Marquesado im Norden führt. Der zur
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Mythischer Gipfel Mulhacén
Der Mulhacén, der höchste Gipfel der Sierra Nevada und der iberischen Halbinsel, hat seinen Namen vom Maurenkönig Muley Hassen erhalten; dem Vater jenes Boabdil, der im Jahr 1492 die Stadt Granada den katholischen Königen übergab. Muley Hassen soll sich in eine Sklavin seiner Frau verliebt haben, die er zum Islam bekehrte und als Zoraya zu seiner Auserwählten machte - was seiner Frau natürlich nicht gefiel. Diese stachelte den Hof gegen ihren Mann an, so dass Muley Hassen aus Granada fliehen musste. Kurz darauf verstarb er in der Festung von Mondújar, und eine Gruppe treuer Anhänger halfen Zoraya, den Leichnam auf den höchsten Gipfel der Sierra Nevada zu bringen und dort zu begraben. Seither trägt dieser Gipfel den Namen des Maurenkönigs, der für die Liebe sein Königreich aufgab.
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Provinz Almería gehörende östliche Teil der Sierra Nevada ist flacher und trockener als der westliche, hier beschriebene Teil, der das schönere Wandergebiet ist.
Die Alpujarra
Als Alpujarra wird der Süden der Sierra Nevada bezeichnet: Vor dem Hintergrund des Hochgebirges kann man hier einmalige Landschaften finden, etwa in der Schlucht des Poqueira mit den 3 Dörfern Pampaneira, Bubion und Capileira, die Taha de Pitres mit weiteren maurisch anmutenden Dörfern oder bei Trévelez, der höchsten Ortschaft Spaniens. Die Alpujarra stellte die letzte Bastion der Mauren auf spanischem Boden dar, und die Spuren dieser Zeit sind deutlich zu sehen. Die Hänge sind von Terassen bedeckt; Zitronen-, Orangen-, Mandel-, Maulbeer- und Kastanienbäume sind nur die einige der Pflanzen, die die Mauren hier einführten. Die an die Hänge gedrückten Häuser mit ihren Flachdächern, die oft als Terrasse für die darüberliegenden Häuser dienen, erinnern eher an den Atlas in Marokko als an andere spanische Regionen. Auch die Dorfstruktur mit ihren barrios, Ortsteilen, die meist nicht viel miteinander zu tun haben, wird auf die Berber zurückgeführt (>> mehr).
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© Jürgen Paeger 2004 - 2008
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